Netzwerk neu formiert

Sofortiger 24 Stunden-Fährverkehr im Mittelrheintal gefordert – Brückendiskussion teure Symbolpolitik

Boppard. Das Netzwerk Rheinpassagen hat sich neu formiert und mit einer ersten Aktion auf sich aufmerksam gemacht. Am Ortseingang von St. Goarshausen hängt seit Freitag ein großes, weithin sichtbares gelbes Transparent am Turm der Stadtmauer.

24 Stunden Fähre jetzt!

Die zentrale Forderung lautet: 24 Stunden Fähre jetzt! Dazu Mario Pott, einer der Sprecher des Netzwerkes und zugleich Landesvorstand des Verkehrsclubs Deutschland: „Wir fordern einen sofortigen 24 Stunden-Fährverkehr. Die Menschen im Mittelrheintal brauchen einfache und kostengünstige Lösungen für ihre Probleme, die sich sofort umsetzen lassen“.

Dazu Eveline Lemke, Netzwerkerin und Landesvorsitzende der Grünen Rheinland-Pfalz weiter: „Wenn es der Landesregierung wirklich darum ginge den Menschen im Tal zu helfen, würden sie mit den Fährbetreibern über einen sofortigen 24 Stunden-Fährverkehr reden“. Das Netzwerk kritisiert, dass bislang jedes Gesprächsangebot der Fährbetreiber von der Landesregierung ignoriert wurde.

Brückendiskussion ist nicht zu verantwortende teure Symbolpolitik

Nach Auffassung des Netzwerks lenken die Absichten zum Bau einer Brücke bei St. Goar von der jahrzehntelangen Untätigkeit der verantwortlichen Politiker ab. Eine Brücke wäre viel zu teuer und ließe sich frühestens in 20 Jahren verwirklichen. Bis dahin sei es für das Tal viel zu spät.

Benötigt werden sofortige Lösungen. Die Bereitschaft daran mitzuwirken, zeuge von der Ernsthaftigkeit der Absichten den Menschen im Tal zu helfen, so die Auffassung des Netzwerkes. „Die Brückenpläne sind teure Symbolpolitik zu Lasten zukünftiger Generationen“, so Lemke abschließend. Das sei in Anbetracht der Verschuldung der öffentlichen Haushalte nicht zu verantworten.

Das Netzwerk Rheinpassagen ist ein Zusammenschluss von Bürgern und Bürgerinnen aus dem Mittelrheintal und Verbänden wie dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), dem Rheinkolleg, der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte (DGUF) und Bündnis 90/Die Grünen Rheinland-Pfalz.

Weitere Ziele des Netzwerkes sind u.a. der Erhalt der weltweit einmaligen Kulturlandschaft, die Grundlage der Tourismuswirtschaft ist, und der Kampf gegen den Verkehrslärm, der durch eine Brücke verstärkt würde. Das Netzwerk trifft sich regelmäßig, um Lösungen für die Probleme im Tal zu diskutieren und im Dialog mit allen Betroffenen zu finden.

Kontakt:

Mario Pott, Verkehrsclub Deutschland (VCD), Tel.: 0171 51 888 31
Eveline Lemke, Landesvorstand Bündnis 90/Grüne RLP, Tel.: 0170 55 19 926

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